Kulturerbe - Mittelrhein ]

 

Über 1380 Kilometer vom St. Gotthard zieht der Rhein seinen Weg bis zur Nordsee. 698 Kilometer tragen den Namen "Deutscher Rhein", zu dem der Mittelrhein vom Mäuseturm Bingen bis zur Festung Ehrenbreitstein bei Koblenz auf einer Stromlänge von 65 km , wohl seinen sehenswertesten Eindruck hinterlässt. Hier, wo der Rhein sich durch das Rheinische Schiefergebirge in Jahrmillionen sein Bett errichtet hat, dient dieser heute an erster Stelle dem Transport von Wirtschaftsgütern und der Förderung des Tourismus. Seit den Zeiten der Römer war das Rheintal eine strategische Strasse erster Ordnung, bei der die Burgen der Stromlandschaft einen charakteristischen Akzent setzten. Einmalig und nirgends im vergleichbaren Raum auf der Welt,  zeigen sich 29 Burgen und Ruinen wie auf diesem Rheinabschnitt, wo einst die durchreisenden Kaufleute auf zehn Zollstellen ihren Sold hinterlassen mussten. Ein Grund, das die damaligen Burgenbesitzer in den Ruf der Raubritter gerieten und Streitigkeiten untereinander zu dieser Zeit nicht zu vermeiden war. Dienten die Burgen in der damaligen Zeit zur Sicherheit der Kaufleute und angrenzenden Siedlungen vor ansässigen Räuberbanden, werden heute viele dieser Burgen als Hotels, Jugendherbergen, Museen oder Restaurationsbetriebe genutzt und können überwiegend besichtigt werden.

Aber nicht nur Burgen und Ruinen geben dem Mittelrheinabschnitt sein einzigartiges Ambiente, sondern auch die vom Weinbau geprägte Kulturlandschaft zwischen Bingen und Mainz, das von der UNESCO im Jahre 2002 zum Weltkulturerbe auserwählt wurde, laden zum Besuch dieser Landschaft ein. Und sollte der Tag mit Wanderungen und Besichtigungen einen gelungenen Abschluss finden, laden Gastronomie und Winzerbetriebe mit ihren Straußwirtschaften in geselligen Runde zur Weinprobe ein, bei der kleine, heimisch zubereitete Mahlzeiten wie "Winzersüppchen", "Zwiebelkuchen" "Spundkäse" und verschiedenes mehr, dem Rebensaft seinen ausgiebigen Genuss geben.

Das Geselligkeit und Unterhaltung großgeschrieben wird, das beweisen die zahlreichen vom Jahresanfang bis in den späten Herbst stattfinden Feste. Kulinarische Sommernächte, Wein- und Straßenfeste, Weinblütenfeste, Heimat- und Schützenfeste, Kirchweihen und viele weitere Feste hinterlassen bei Besuchern und Gästen einen unvergessenen Eindruck. Große Feuerwerke, die den Rhein in einen abendlichen, einmaligen Lichterglanz versetzen, sorgen alljährlich für einen großen Besucherandrang, der sich meist an Wochenendtagen, entlang der mit Wein- und Gourmetständen belegten Rheinabschnitte einfindet.

Während abendliche, festliche Veranstaltung bis spät in die Nächte ihren Verlauf nehmen, sorgen tagsüber mit viel Mühe und Liebe vorbereitet Festumzüge mit Fußgruppen und prächtig geschmückten Wagen für unterhaltsame Geselligkeit an und in den Straßen der Rheinstädte und Dörfer.                                                                

Unvergessen wird dem Besucher die "Fünfte Jahreszeit" bleiben, der diese einmal am Rhein genossen hat. Findet der Rheinländer über das ganze Jahr einen Anlass um ausgiebig zu feiern, so ist doch Prinz Karneval in der Faschingszeit. einer der Höhepunkte für Gäste und Anwohner in dieser Region. Verteilt über alle Städte und Dörfer des Rheintales beherrschen Karnevalsveranstaltung und Umzüge mit "Helau" und "Alaaf" dieser Zeit.

 

Alles in Allem: Das Rheintal muss man nicht nur gesehen haben. Nein, man muss es auch genossen haben. Dann erübrigt sich die Frage von selbst:

Warum ist es am Rhein so schön?